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Nürnberg: Ausstellung zum 75. Jahrestag des spanischen Bürgerkriegs

by Rudolf Mühland last modified 2011-06-23 11:54

zum Anlass des 75. Jahrestages des spanischen Bürgerkriegs veranstaltet die Projektgruppe Pueblo en armas in Zusammenarbeit mit der FAU Nürnberg ein vielschichtiges Programm und eine Ausstellung zu diesem Thema.

What 75. Jahrestag des spanischen Bürgerkriegs
When 2011-07-19 14:00 to
2011-07-31 22:00
Where In der Villa Leon, Philipp-Koerber-Weg1, Nürnberg
Attendees Referent: Prof. Dr. Walther L. Bernecker, Universität Erlangen – Nürnberg, Referent: Dr. Andreas W. Hohmann, Verleger, N.N.: Ein Mitglied der CNT, Referent: Wolfgang Hauck, Autor, Referent: Roman Danyluk, Autor, Referentin: Heike Demmel, Historikerin
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Pueblo en Armas - Bürgerkrieg und Revolution in Spanien 1936-1939

Ausstellung und Veranstaltungsreihe 19.7.2011 bis 31.07.2011
In der Villa Leon, Philipp-Koerber-Weg1, Nürnberg

Veranstalter: Ausstellungsgruppe „ Pueblo en Armas“, www.sbk.blogsport.de
Unterstützt von der Villa Leon, dem Casablanca Filmkunsttheater und der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union Nürnberg (FAU)

Dienstag, 19.7.2011, 19 Uhr: Ausstellungseröffnung in der Villa Leon, Nürnberg
Pueblo en Armas – Bürgerkrieg und Revolution in Spanien 1936-1939.
Im Juli 2011 jährt sich zum 75sten Mal der Beginn des Spanischen Bürgerkriegs. Die Ausstellung „Bürgerkrieg und Revolution in Spanien“ gibt einen Überblick über die geschichtlichen Ereignisse und beleuchtet drei Themenfelder näher:
Anarchismus war eine tragende Säule im Widerstand gegen den Militärputsch, selten gab es umfangreichere Ansätze der Realisierung anarchistischer Konzepte
Internationale Freiwillige kamen aus aller Welt und kämpften gemeinsam mit ihren spanischen GenossInnen bewaffnet gegen die Franquisten und den Faschismus
Frauen im spanischen Bürgerkrieg kämpften gegen Putsch und Faschismus mit dem Gewehr in der Hand. Sie waren Ministerinnen, Agitatorinnen und viel mehr. Und doch wurden sie im Verlauf des Krieges wieder in traditionelle Rollen zurückgedrängt.
Die Ausstellung versucht anhand von politischen Plakaten, Bildern und Erlebnisberichten einen Eindruck des historischen Ereignisses in unsere heutige Zeit zu transportieren.

Öffnungszeiten der Ausstellung: in der Villa Leon, Philipp-Koerber-Weg1, Nürnberg 
Di. bis Fr. von 10 bis 22 Uhr, Sa. und So. von 17 bis 22 Uhr,
oder nach Absprache – Tel. 231 – 7400; www.kuf-kultur.de/villa

PROGRAMM

Dienstag, 19.7.2011, 20 Uhr: Vortrag in der Villa Leon
Kampf der Erinnerungen
Der Spanische Bürgerkrieg in Politik und Gesellschaft 1936 – 2011
Unter den Ländern, denen erst in jüngerer Zeit der Übergang von einer Diktatur zur Demokratie gelang, stellte Spanien lange Zeit einen Sonderfall dar. Denn hier schien die demokratische Transition ohne eine öffentliche Aufarbeitung von politischer Repression und Gewalt vonstatten gegangen zu sein. Seit der Jahrtausendwende ist jedoch ein wahrhafter Erinnerungsboom zu beobachten, der sich in Forschung, Literatur und Massenmedien, aber auch in der von Bürgerinitiativen betriebenen Suche nach den schätzungsweise 30.000 bis heute Verschwundenen des Bürgerkrieges niederschlägt. Die Aufarbeitung ungesühnter Menschenrechtsverletzungen der Franco-Diktatur, die auch von der derzeitigen sozialistischen Regierung unterstützt wird, bedeutet eine substantielle Wende im Umgang mit der jüngeren spanischen Geschichte. Der Vortrag spannt den Bogen von den 1930er Jahren bis in die Gegenwart. Der Schwerpunkt liegt auf der Erinnerungsgeschichte von Krieg und Repression in den vergangenen 70 Jahren, die von deren propagandistischer Verzerrung während des Franquismus über jenen sprichwörtlichen Pakt des Schweigens der Transition seit 1975 bis zum Boom der zivilgesellschaftlichen Vergangenheitsarbeit in jüngster Zeit reicht.
Referent: Prof. Dr. Walther L. Bernecker, Universität Erlangen – Nürnberg

Mittwoch, 20.7.2011, 20 Uhr: Vortrag in der Villa Leon
Eine andere Welt war im Juli 1936 möglich!
Die Biographie von Abel Paz
Schon aus biologischen Gründen gibt es kaum noch Zeitzeugen, die über die Spanische Revolution berichten können. Abel Paz war einer der Letzten. Seine vierbändige Autobiographie ist deshalb ein einzigartiges Dokument über diese Zeit.
Referent: Dr. Andreas W. Hohmann, Verleger

Freitag, 22.7.2011, 20 Uhr: Vortrag in der Villa Leon
Geschichte der CNT
Die Confederación Nacional del Trabajo (CNT) ist eine anarchosyndikalistische Gewerkschaft in Spanien und Mitglied der Internationalen ArbeiterInnen-Assoziation (AIT). Die Gewerkschaft war mit zwei Millionen Mitgliedern einer der wichtigsten Akteure des Widerstandes gegen General Francisco Franco im Spanischen Bürgerkrieg, wo es zeitweise gelang, eine sozialistisch/anarchistische Gesellschaft in weiten Teilen Kataloniens aufzubauen. Nach dem Sieg Francos wurde sie verboten und 1976 in der Illegalität, offiziell erst 1979 wieder gegründet, ohne allerdings an die alte Bedeutung anknüpfen zu können.
N.N.: Ein Mitglied der CNT

Samstag, 23.7. 2011, 20 Uhr: Vortrag in der Villa Leon
Augustin Souchy
Wolfgang Haug berichtet über seinen Freund Augustin Souchy, dessen Bedeutung für den Spanischen Bürgerkrieg sowie für die anarchistisch syndikalistische Arbeiterbewegung. Der Vortrag handelt von Augenzeugenberichten von Souchy und seinem Beitrag zum deutschen Informationsdienst der CNT/FAI ab 1936 in Barcelona. Wolfgang Haug ist der Gründer des Trotzdem Verlages und Hauptverantwortlicher für das Erscheinen des „Schwarzen Fadens“.
Referent: Wolfgang Hauck, Autor

Sonntag, 24.7., 18 Uhr: Vortrag in der Villa Leon
Geschichte der FAU
Die ersten Jahre der FAU 1977-2007
Was 1977 unter dem Namen Initiative Freie Arbeiter Union (I-FAU) als verwegenes, ja fast aussichtsloses Unterfangen begann, entwickelte sich in der Folge zur einzigen libertären Organisation in der BRD, die heute noch bundesweit aktiv ist.
Referent: Roman Danyluk, Autor

Sonntag, 24.7., 20.15 Uhr: Film im Casablanca Filmkunsttheater,
Brosamer Straße12
„Tierra y Libertad“–Land and Freedom, Eintritt: 7,50 € erm. 5 €
Ein arbeitsloser englischer Kommunist entschließt sich 1936, in Spanien gegen die Faschisten zu kämpfen, verliert aber durch die unter den linken Gruppen ausbrechenden Positionskämpfe seinen Idealismus. Ken Loach inszeniert seinen Film im dokumentarischen Stil: Ein von überzeugenden Darstellern getragenes Plädoyer für Demokratie und Freiheit, das die Utopie von einer gerechteren Welt beschwört.
“Land and Freedom“ gewann 1995 den Europäischen Filmpreis als bester Film.
D/GB/SP 1995 | R: Ken Loach | 109 Min. | ab 12 | OmU-Fassung

Dienstag, 26. 7., 20 Uhr: Vortrag in der Villa Leon
„Ich bin nicht an die Front gekommen, um mit dem Putzlumpen
in der Hand zu krepieren.“ – Frauen im Spanischen Bürgerkrieg
Der Kampf gegen den Franquismus veränderte ihr Leben: Frauen gingen auf die Barrikaden, griffen zur Waffe und arbeiteten in „Männerberufen“. Sie organisierten antifaschistische Agitation und den mühsamen Alltag in Kriegszeiten. Für viele Frauen war die Zeit des Spanischen Bürgerkriegs nicht nur mühevoller Kampf, der Leiden und Opfer forderte, sondern auch Befreiung und Ausbruch. Frauenorganisationen und -zeitschriften wurden gegründet und erhielten starken Zulauf. Doch die soziale Revolution und der Aufbruch der ersten Tage waren schnell vorüber. Das Bild der selbstständigen, gleichberechtigten Frau verschwand, ihr Platz war nun wieder in der Etappe, zur Unterstützung der Kämpfenden. Aber nicht alle Frauen ließen sich ihre neu erstrittenen Freiheiten nehmen und in traditionelle Rollen zurückdrängen.
Referentin: Heike Demmel, Historikerin

Alle Veranstaltungen sind kostenlos außer der Film im Casablanca Filmkunsttheater

www.sbk.blogsport.de e -mail : sbk@feld22.de

Veranstaltungsorte :
Casablanca Filmkunsttheater Kopernikusplatz Brosamer Straße 12 Nürnberg
VILLA LEON Philipp-Koerber-Weg 1  Nürnberg


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