Pueblo en Armas - Bürgerkrieg und Revolution in Spanien 1936-1939
Ausstellung und Veranstaltungsreihe 19.7.2011 bis 31.07.2011
In der Villa Leon, Philipp-Koerber-Weg1, Nürnberg
Veranstalter: Ausstellungsgruppe „ Pueblo en Armas“, www.sbk.blogsport.de
Unterstützt von der Villa Leon, dem Casablanca Filmkunsttheater und der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union Nürnberg (FAU)
Dienstag, 19.7.2011, 19 Uhr: Ausstellungseröffnung in der Villa Leon, Nürnberg
Pueblo en Armas – Bürgerkrieg und Revolution in Spanien 1936-1939.
Im Juli 2011 jährt sich zum 75sten Mal der Beginn des Spanischen
Bürgerkriegs. Die Ausstellung „Bürgerkrieg und Revolution in Spanien“
gibt einen Überblick über die geschichtlichen Ereignisse und beleuchtet
drei Themenfelder näher:
Anarchismus war eine tragende Säule im Widerstand gegen den
Militärputsch, selten gab es umfangreichere Ansätze der Realisierung
anarchistischer Konzepte
Internationale Freiwillige kamen aus aller Welt und kämpften gemeinsam
mit ihren spanischen GenossInnen bewaffnet gegen die Franquisten und
den Faschismus
Frauen im spanischen Bürgerkrieg kämpften gegen Putsch und Faschismus
mit dem Gewehr in der Hand. Sie waren Ministerinnen, Agitatorinnen und
viel mehr. Und doch wurden sie im Verlauf des Krieges wieder in
traditionelle Rollen zurückgedrängt.
Die Ausstellung versucht anhand von politischen Plakaten, Bildern und
Erlebnisberichten einen Eindruck des historischen Ereignisses in unsere
heutige Zeit zu transportieren.
Öffnungszeiten der Ausstellung: in der Villa Leon, Philipp-Koerber-Weg1, Nürnberg
Di. bis Fr. von 10 bis 22 Uhr, Sa. und So. von 17 bis 22 Uhr,
oder nach Absprache – Tel. 231 – 7400; www.kuf-kultur.de/villa
PROGRAMM
Dienstag, 19.7.2011, 20 Uhr: Vortrag in der Villa Leon
Kampf der Erinnerungen
Der Spanische Bürgerkrieg in Politik und Gesellschaft 1936 – 2011
Unter den Ländern, denen erst in jüngerer Zeit der Übergang von einer
Diktatur zur Demokratie gelang, stellte Spanien lange Zeit einen
Sonderfall dar. Denn hier schien die demokratische Transition ohne eine
öffentliche Aufarbeitung von politischer Repression und Gewalt
vonstatten gegangen zu sein. Seit der Jahrtausendwende ist jedoch ein
wahrhafter Erinnerungsboom zu beobachten, der sich in Forschung,
Literatur und Massenmedien, aber auch in der von Bürgerinitiativen
betriebenen Suche nach den schätzungsweise 30.000 bis heute
Verschwundenen des Bürgerkrieges niederschlägt. Die Aufarbeitung
ungesühnter Menschenrechtsverletzungen der Franco-Diktatur, die auch
von der derzeitigen sozialistischen Regierung unterstützt wird,
bedeutet eine substantielle Wende im Umgang mit der jüngeren spanischen
Geschichte. Der Vortrag spannt den Bogen von den 1930er Jahren bis in
die Gegenwart. Der Schwerpunkt liegt auf der Erinnerungsgeschichte von
Krieg und Repression in den vergangenen 70 Jahren, die von deren
propagandistischer Verzerrung während des Franquismus über jenen
sprichwörtlichen Pakt des Schweigens der Transition seit 1975 bis zum
Boom der zivilgesellschaftlichen Vergangenheitsarbeit in jüngster Zeit
reicht.
Referent: Prof. Dr. Walther L. Bernecker, Universität Erlangen – Nürnberg
Mittwoch, 20.7.2011, 20 Uhr: Vortrag in der Villa Leon
Eine andere Welt war im Juli 1936 möglich!
Die Biographie von Abel Paz
Schon aus biologischen Gründen gibt es kaum noch Zeitzeugen, die über
die Spanische Revolution berichten können. Abel Paz war einer der
Letzten. Seine vierbändige Autobiographie ist deshalb ein einzigartiges
Dokument über diese Zeit.
Referent: Dr. Andreas W. Hohmann, Verleger
Freitag, 22.7.2011, 20 Uhr: Vortrag in der Villa Leon
Geschichte der CNT
Die Confederación Nacional del Trabajo (CNT) ist eine
anarchosyndikalistische Gewerkschaft in Spanien und Mitglied der
Internationalen ArbeiterInnen-Assoziation (AIT). Die Gewerkschaft war
mit zwei Millionen Mitgliedern einer der wichtigsten Akteure des
Widerstandes gegen General Francisco Franco im Spanischen Bürgerkrieg,
wo es zeitweise gelang, eine sozialistisch/anarchistische Gesellschaft
in weiten Teilen Kataloniens aufzubauen. Nach dem Sieg Francos wurde
sie verboten und 1976 in der Illegalität, offiziell erst 1979 wieder
gegründet, ohne allerdings an die alte Bedeutung anknüpfen zu können.
N.N.: Ein Mitglied der CNT
Samstag, 23.7. 2011, 20 Uhr: Vortrag in der Villa Leon
Augustin Souchy
Wolfgang Haug berichtet über seinen Freund Augustin Souchy, dessen
Bedeutung für den Spanischen Bürgerkrieg sowie für die anarchistisch
syndikalistische Arbeiterbewegung. Der Vortrag handelt von
Augenzeugenberichten von Souchy und seinem Beitrag zum deutschen
Informationsdienst der CNT/FAI ab 1936 in Barcelona. Wolfgang Haug ist
der Gründer des Trotzdem Verlages und Hauptverantwortlicher für das
Erscheinen des „Schwarzen Fadens“.
Referent: Wolfgang Hauck, Autor
Sonntag, 24.7., 18 Uhr: Vortrag in der Villa Leon
Geschichte der FAU
Die ersten Jahre der FAU 1977-2007
Was 1977 unter dem Namen Initiative Freie Arbeiter Union (I-FAU) als
verwegenes, ja fast aussichtsloses Unterfangen begann, entwickelte sich
in der Folge zur einzigen libertären Organisation in der BRD, die heute
noch bundesweit aktiv ist.
Referent: Roman Danyluk, Autor
Sonntag, 24.7., 20.15 Uhr: Film im Casablanca Filmkunsttheater,
Brosamer Straße12
„Tierra y Libertad“–Land and Freedom, Eintritt: 7,50 € erm. 5 €
Ein arbeitsloser englischer Kommunist entschließt sich 1936, in Spanien
gegen die Faschisten zu kämpfen, verliert aber durch die unter den
linken Gruppen ausbrechenden Positionskämpfe seinen Idealismus. Ken
Loach inszeniert seinen Film im dokumentarischen Stil: Ein von
überzeugenden Darstellern getragenes Plädoyer für Demokratie und
Freiheit, das die Utopie von einer gerechteren Welt beschwört.
“Land and Freedom“ gewann 1995 den Europäischen Filmpreis als bester Film.
D/GB/SP 1995 | R: Ken Loach | 109 Min. | ab 12 | OmU-Fassung
Dienstag, 26. 7., 20 Uhr: Vortrag in der Villa Leon
„Ich bin nicht an die Front gekommen, um mit dem Putzlumpen
in der Hand zu krepieren.“ – Frauen im Spanischen Bürgerkrieg
Der Kampf gegen den Franquismus veränderte ihr Leben: Frauen gingen auf
die Barrikaden, griffen zur Waffe und arbeiteten in „Männerberufen“.
Sie organisierten antifaschistische Agitation und den mühsamen Alltag
in Kriegszeiten. Für viele Frauen war die Zeit des Spanischen
Bürgerkriegs nicht nur mühevoller Kampf, der Leiden und Opfer forderte,
sondern auch Befreiung und Ausbruch. Frauenorganisationen und
-zeitschriften wurden gegründet und erhielten starken Zulauf. Doch die
soziale Revolution und der Aufbruch der ersten Tage waren schnell
vorüber. Das Bild der selbstständigen, gleichberechtigten Frau
verschwand, ihr Platz war nun wieder in der Etappe, zur Unterstützung
der Kämpfenden. Aber nicht alle Frauen ließen sich ihre neu
erstrittenen Freiheiten nehmen und in traditionelle Rollen
zurückdrängen.
Referentin: Heike Demmel, Historikerin
Alle Veranstaltungen sind kostenlos außer der Film im Casablanca Filmkunsttheater
www.sbk.blogsport.de e -mail : sbk@feld22.de
Veranstaltungsorte :
Casablanca Filmkunsttheater Kopernikusplatz Brosamer Straße 12 Nürnberg
VILLA LEON Philipp-Koerber-Weg 1 Nürnberg