Antikapitalistische Demonstration in Mannheim
Am 26.09. – einen Tag vor den Bundestagswahlen – rufen wir zu einer antikapitalistischen Demonstration auf. Anstatt uns darauf zu beschränken am 27. die Stimme abzugeben, wollen wir den anhaltenden Angriffen auf unsere Lebensbedingungen Widerstand entgegensetzen und der Forderung nach einer revolutionären Umgestaltung der Gesellschaft Nachdruck verleihen. Hartz IV, Studiengebühren, Reallohnverluste, 1€-Jobs, Rente ab 67 und unsichere Arbeitsverhältnisse sind markante Beispiele dafür, wie unsere Lebensbedingungen seit Jahren immer mehr eingeschränkt werden. Parallel dazu rüstet der Staat im Inneren durch die Ausweitung polizeilicher Befugnisse, Verschärfungen des Versammlungsgesetzes, Fingerabdrücke in Ausweisen, Überwachung von Telefon und Internet und vieles andere weiter auf. In der aktuellen Krise des Kapitalismus wird der Zweck dieses Ausbaus von Polizei- und Überwachungsstaat offensichtlich. Er dient dazu, Widerstand gegen unzumutbare Lebensbedingungen bereits im Keim zu ersticken und so den reibungslosen Ablauf der kapitalistischen Verwertung zu garantieren. Die Furcht von Staat und Kapital vor sozialen Unruhen wie in Griechenland ist angesichts der seit den 1970er Jahren stattfindenden Umverteilung von unten nach oben verständlich.
| What | Auftakt zur sozialen Revolution Demonstration |
|---|---|
| When |
2009-09-26 14:00
2009-09-26 20:00
2009-09-26 from 14:00 to 20:00 |
| Where | Paradeplatz, Mannheim |
| Add event to calendar |
|
Kapitalismus heißt Krise
Die aktuelle Krise wird wieder auf dem
Rücken der Lohnabhängigen ausgetragen. Sie sind von Kurzarbeit,
Lohnkürzungen, Entlassungen und Schikanen auf dem Arbeitsamt betroffen.
Gleichzeitig pumpt der Staat Milliarden in Banken und andere
Unternehmen und sozialisiert damit deren Verluste. Auch wenn im
Wahlkampf alle Parteien von sozialer Gerechtigkeit reden, so ist doch
klar, dass die kommenden Kosten auf die Mehrheit der Lohnabhängigen
abgewälzt werden sollen. Steuererhöhungen, weiterer Sozialabbau und
andere Zumutungen können jedoch verhindert werden. Es gilt unseren
Protest und Widerstand zu organisieren!
Anders als derzeit gerne
behauptet wird, ist die Krise nicht das Ergebnis des unmoralischen
Verhaltens „gieriger Spekulanten“ oder „Heuschrecken“, sondern
strukturell in der kapitalistischen Produktionsweise angelegt. Seit
seinem Bestehen stürzt der Kapitalismus die Menschen immer wieder in
kleinere und größere Krisen, deren Folgen von Massenarmut und Hunger,
bis hin zu Kriegen reichen. Doch auch ohne solche Krisen hat der
Kapitalismus für die meisten Menschen nichts zu bieten als
Arbeitszwang, soziales Elend und Konkurrenz.
turn left – smash right
Krisen
des Kapitalismus sind in der Vergangenheit nicht nur Zeiten des
Widerstands, sondern meist auch die Stunde der Reaktionäre gewesen. Mit
nationalistischen oder rassistischen Parolen, Forderungen nach
Sicherheit und Ordnung und dem starken Staat, bieten sie auch heute
wieder ihre vermeintlichen Lösungen an. Die „Lösungen“ von
NationalistInnen, autoritären Staatsfans und FaschistInnen haben jedoch
nicht die Beseitigung des kapitalistischen Elends zum Ziel, sondern
wollen dieses zu Lasten „der Anderen“ – seien es „Ausländer“, „Amis“
oder „Sozialschmarotzer“ – für einen ausgewählten Kreis autoritär
durchsetzen. Statt aus dem Elend, das der Kapitalismus täglich schafft,
den einzig logischen Schluss zu ziehen – nämlich ihn abzuschaffen –
wollen sie den Kapitalismus durch Ausgrenzung und Unterdrückung anderer
am Leben erhalten. Allen reaktionären Krisenlösungen gilt es deshalb
entschieden entgegenzutreten. Der Ausgrenzung und Repression der
Reaktionären setzen wir die Forderung nach einer solidarischen
Gesellschaft entgegen.
Klassenkampf statt Wahlkampf
Wenn
es am 27. September darum gehen wird seine Stimme für den Bundestag
abzugeben, wird damit die Illusion einer Wahlfreiheit erzeugt, die so
nicht besteht. Zur Wahl steht lediglich das Personal, das den
staatlichen Herrschaftsapparat verwalten und gute Rahmenbedingungen für
die nationale Kapitalakkumulation schaffen soll, nicht aber eine Form
menschlichen Zusammenlebens, die ein gutes Leben für alle ermöglichen
könnte. Der Staat ist selbst Teil der kapitalistischen
Produktionsweise. Als Steuerstaat ist er vor allem von den Profiten des
Kapitals abhängig und erhält schon deshalb die Produktion und
Zirkulation des Kapitals aufrecht. Sozialpolitik, Bildungspolitik,
Kulturpolitik usw. sind daher in erster Linie als Rahmenbedingungen und
Standortfaktoren für das Kapital von Interesse und werden zunehmend
entsprechend eingesetzt und ausgerichtet.
Dass durch Wahlen ein
gutes Leben nicht zu machen ist, bedeutet keineswegs, dass sie nichts
ändern. Welche Partei regiert kann durchaus Unterschiede machen, die
für Einzelne konkrete Auswirkungen haben können. Dadurch, dass die
nächste Regierung nicht alles anders machen kann – wie manche Parteien
dennoch versprechen – aber auch nicht alles beim Alten bleibt, entsteht
eine Illusion der Mitbestimmung im politischen Prozess, die der
Aufrechterhaltung von Staat und Kapitalismus dienlich ist. Soziale
Konflikte werden durch Wahlen in institutionelle Bahnen gezwungen und
auf den Staat bezogen. Anstatt uns auf das parlamentarische Spektakel
einzulassen setzen wir auf wilde Streiks, Besetzungen und andere
Regelverletzungen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist die
bewusste Nichtanmeldung der Demonstration am 26.09.
Unsere Antwort: Widerstand
Da
bereits jetzt abzusehen ist, dass nach der Wahl versucht werden wird
den Lohnabhängigen weitere Belastungen aufzubürden, sehen wir unsere
Demonstration als Auftakt zur Mobilisierung eines breiteren
Widerstandes. Dieser muss notwendigerweise eine antikapitalistische
Perspektive beinhalten, denn nur in der Verbindung von Kämpfen für
konkrete Verbesserungen und einer revolutionären Perspektive kann ein
gutes Leben für alle erkämpft werden.
Kommt zur Demonstration am
26.09. um 14 Uhr an den Paradeplatz! Werdet aktiv gegen die Zumutungen
des Kapitals und den Polizei- und Überwachungsstaat! Für die soziale
Revolution!
http://sozialerevolution.blogsport.de/
