SCHWEDEN: Erneut Nazi-Mordversuch an GewerkschafterInnen und deren Kind
1999 ermordeten Nazis den Syndikalisten Björn Söderberg. Nun haben sie es wieder versucht. Zwei SyndikalistInnen aus Stockholm – einer von ihnen ein ehemaliges Mitglied des Lokalausschusses Stockholm – und ihre knapp dreijährige Tochter waren gezwungen, von ihrem Balkon im dritten Stock eines Wohnhauses in Sicherheit zu klettern, nachdem Nazis ihre Wohnung angezündet hatten.
Vor einem halben Jahr wurden die Namen und Bilder von SAC-Angehörigen
auf der offen nazistischen Website Info 14 veröffentlicht. Die Leute
hinter der Website sind die gleichen, die den Salemfonds betreiben,
eine Gruppe, die jeden Dezember den Naziaufmarsch in Salem, in der Nähe
Stockholms, organisiert. Der Salem-Marsch ist das größte jährliche Nazi-Treffen Nordeuropas.
Kurz
vor neun Uhr abends am Montag, den 1. Dezember, hörten unsere
GenossInnen wie eine Flüssigkeit in den Vorraum ihrer Wohnung gegossen
wurde: 'Ich sah, wie jemand eine klare Flüssigkeit durch den
Briefschlitz in unsere Wohnung gieß. Am Geruch erkannte ich, dass es
Benzin war. Ich schrie so laut ich konnte: 'Wir haben ein Kind hier
drinnen!' Es war unmöglich, dass sie das nicht hörten. Eine Sekunde
später zündeten sie das Benzin an.'
Die Familie hatte ihre
Winterkleidung im Vorraum und so breitete sich das Feuer unmittelbar in
die Küche und ins Wohnzimmer aus. Es war unmöglich, sich durch die Türe
zu retten: 'Es gelang uns, unsere Tochter zu unseren Nachbarn
hinunterzureichen, auf den Balkon unter uns. Wenn sie uns entglitten
wäre, wäre sie jetzt tot.'
Die Eltern schafften es dann, auf
denselben Balkon hinunterzuklettern. Hinter ihnen zerstörte das Feuer
ihre Habe, ihre Erinnerungen, ihr Zukunftspläne.
Unsere
KollegInnen und ihre Tochter blieben wie durch ein Wunder unverletzt –
aber das ändert nichts daran, dass jemand versucht hat, sie gezielt und
kaltblütig umzubringen.
Die Polizei geht davon aus, dass die
Attacke politisch motiviert war und von denselben Leuten verübt wurde,
die zwei Tage zuvor das libertär-sozialistische Kulturzentrum Cyklopen
in Högdalen, einem Vorort von Stockholm, abgebrannt hatten. Der
Anschlag wurde als Brandstiftung mit Tötungsabsicht klassifiziert.
Unsere
angegriffenen KollegInnen waren in ihrer Gewerkschaftsarbeit besonders
im Kampf gegen Rassismus und Klassenunterschiede engagiert. Für die
Nazis schien dies Grund genug, sie mit dem Tode zu bestrafen.
Ola
Brunnström vom SAC-Arbeitsausschuss erklärt: 'Die Leute, die den
Aufmarsch in Salem organisieren, sind keine harmlosen Menschen mit
etwas anderen Ansichten. Sie sind ideologisch überzeugte Nazis, die
offensichtlich im Namen ihrer Sache des Mordes fähig sind.'
Am
Samstag werden die Leute, die versuchten, unsere GenossInnen zu töten,
den diesjährigen Aufmarsch in Salem veranstalten. Die SAC ruft alle
dazu auf, bei der Gegendemonstration teilzunehmen, die um 12 Uhr von
dem Netzwerk gegen Rassismus in Salem organisiert wird.
Wenn wir den Nazis nichts entgegenstellen, werden wir nicht wissen, wen sie als nächstes angreifen werden!
SAC-Arbeitskommittee
www.sac.se