15 Jahre tschechoslowakische Anarchistische Föderation – CSAF
Ein kulturell-politisches Treffen aus Anlass der 15-jährigen Existenz der tschechoslowakischen Anarchistischen Föderation (CSAF) fand über das Wochenende des 3.-5. September 2010 im autonomen Zentrum „Discentrum“ in Prag statt.
Die CSAF wurde im August 1995 gegründet. Heute ist sie Teil der „Internationale der Anarchistischen Föderationen“ Mehrere hundert aktive Mitglieder haben an der Organisation von dutzenden öffentlicher Verantsaltungen teilgenommen, am Schreiben und Übersetzen für anarchistische Publikationen und vieler anderer anti-autoritärer und libertärer Aktivitäten durch ihre gesamte Geschichte hindurch.
Das Jubiläum der Föderation war eine großartige Entschuldigung für uns ein Zusammentreffen ehemaliger und aktueller Mitglieder herbeizuführen, auch wenn es einfach nur als gemeinsame Feier gedacht war, sondern als eine Zusammenkunft mit Vorträgen und Diskussionen über die aktuelle Situation und die Zukunft der lokalen anarchistischen Bewegung.
Natürlich gab es auch ein kulturelles Programm: Das Freitag-Nachmittag Programm begann mit dem zeigen eines Dokumentarfilms über die bedeutendsten Ereignisse an denen die moderne tschechische anarchistische Bewegung teilgenommen hat, gefolgt von einem Vortrag über die aktuelle Situation in Griechenland der Gruppe „Kollektiv gegen das Kapital“. Das Abendprogramm endete mit einem reichhaltigen veganen Fest und dem Auftritt eines Folksängers.
Am Samstag gab es verschiedene Vorträge und Diskussionen. Mitglieder der Antifaschistischen Aktion hielten einen Vortrag über die Rolle des Anarchismus in den antifaschistischen Aktivitäten in der Tschechischen Republik, gefolgt von einem Vortrag eines CSAF-Mitgliedes, welches die 15 Jahre organisierter Arbeit der Föderation vorstellte und die positiven und negativen Aspekte der Geschichte der tschechischen anarchistischen Bewegung erklärte. Er stellte auch einige spezifische aktuelle Punkte dar, die einer Lösung bedürfen.
Der Herausgeber des lokalen anarchistischen Magazins “A-Kontra” gab dann eine Einschätzung über die anarchistische Beteiligung in den sozialen Bewegungen der Tschechischen Republik in den letzten 20 Jahren. Den letzten Vortrag hielt ein Mitglied einer lokalen unabhängigen anarchistischen Gruppe über deren Aktivitäten. Daraufhin folgte das Konzert mit mehreren Punk und Hardcore-Bands bestehend aus aktiven und ehemaligen Mitgliedern der CSAF.
Das Sonntags-Programm ging in deutlich ruhigerer Atmosphäre weiter. Zwei Mitglieder der Internationalen Solidaritätsbewegung hielten einen Vortrag über die anarchistischen Möglichkeiten bei der Teilnahme am Kampf gegen die Okkupation Palästinas, gefolgt von einem Dokumentarfilm über die Proteste gegen das IWF und Weltbank-Treffen im Jahr 2000 in Prag.
TeilnehmerInnen der Veranstaltungen konnten auch eine Ausstellung betrachten, welche die Entwicklung und Geschichte der CSAF beschrieb und aktuelle Materialien der CSAF oder anderer anarchistischer Gruppen kaufen. Das Ereignis wurde durch freiwillige Beteiligung und Hilfe realisiert.
Die gesamte Veranstaltung wurde nicht öffentlich beworben und wurde von mehr als hundert Personen – darunter Mitglieder der CSAF und anderen organisierten und unorganisierten AnarchistInnen besucht.
Aus dem englischen Zusammengestellt nach Informationen von A-Infos und der CSAF durch Syndikalismus.tk
Ein ausführlicher Bericht in Tschechisch findet sich auf der Homepage der CSAF