“Die Leute haben
das Recht, den Regierenden zu zeigen, womit sie nicht einverstanden
sind. Und zwar dadurch, dass sie demonstrieren. Die deutsche Einheit
wäre nie zustande gekommen, wenn die Stasi-Leute die Demonstranten in
Ost-Berlin, in Leipzig und in Dresden überall so eingeschüchtert und
behindert hätten, wie das heute mit den Demonstranten vor Heiligendamm
passiert.”
Das Demonstrationsrecht sei das Erste, was die Polizei schützen müsse, so der ehemalige Bundesminister.
Auf die Frage, ob er selber nach Heiligendamm fahren und dort demonstrieren werde, sagte Geißler:
“Nein, das werde ich nicht tun. Und das hat auch einen ganz einfachen Grund: Ich will meine natürliche Autorität behalten. Ich bin Bergsteiger, habe viele Risiken schon auf mich genommen und bin durchaus risikobereit. Aber das sind Risiken, die ich selber beherrschen und kalkulieren kann. Ich kann das, wenn ich da (in Heiligendamm) teilnehme, nicht tun.”
Weiter sagte Geißler:
“Ich will mich nicht irgendwelchen Chaoten oder Leuten, die verrückt geworden sind - auf der einen oder anderen Seite -, ausliefern; und weil ich mich selber kenne: Wenn mich einer anfasst, dann schlage ich zurück - und wenn es ein Polizist ist, dann schlage ich zurück. Wenn ich demonstriere, dann übe ich ein Grundrecht aus, dann lasse ich mich nicht anfassen - von niemandem. Und in diese Situation möchte ich nicht kommen.”