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Anarchismus

by Peter Möller, Berlin. — last modified 2010-12-20 13:20

Anarchismus ist die philosophisch/politisch/soziologische Lehre bzw. Überzeugung, die besagt, daß eine ideale menschliche Gesellschaft keine Regierung und keinen Staat haben sollte. Verbunden damit ist die Überzeugung, daß die Menschen von Natur aus gut seien, und erst durch die herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse schlecht gemacht würden. Einige Anarchisten propagieren den gewaltsame Umsturz (z. B. Bakunin) andere lehne Gewalt zur Herbeiführung der Anarchie ab und setzen auf Erziehung (z. B. Godwin). Ersetzt werden soll der Staat durch grenzenlose Freiheit des Einzelnen und/oder durch freiwillige Zusammenschlüsse gleichberechtigter Menschen. Auch auf wirtschaftlichem Gebiet wird die freiwillige Kooperation gleichberechtigter Menschen dem Kapitalismus und anderen auf Autorität und Privateigentum beruhenden Wirtschaftsord-nungen vorgezogen. (Einige Anarchisten haben unbeschränktes Privateigentum gefordert z. B. Proudhon.) Anhänger des Anarchismus betonen häufig den Unterschied von Anarchie und Anomie. Anarchie sei Herrschaftslosigkeit, deshalb aber nicht gleich eine Gesellschaft ohne Gesetz und Ordnung. Anarchosyndikalismus: Eine in den romanischen Ländern früher mal bestehende sozial-revolutionäre Bewegung, die die Arbeiter organisieren wollte und nur die Gewerkschaften als effektive Kampforgane betrachteten.

Bedeutende Anarchisten

Der wohl bekannteste Anarchist ist der Russe Michael Bakunin. (1814-1876). Nicht nur ein entschiedener Kritiker sozialer Ungleichheit, sondern auch ein entschiedener Kritiker des Marxismus.

Bakunin in prophetischer Vorausschau dessen, was kommen wird 1873 über die Marxisten: "Sie gründen eine einzige Staatsbank, konzentrierend in ihren Händen alle kommerziell-industrielle, ländliche und selbst wissenschaftliche Produktion; und teilen die Masse des Volks in zwei Armeen: industrielle und agrikole unter dem unmittelbaren Kommando von Staatsingenieuren, die einen neuen privilegierten wissenschaftlich-politischen Stand bilden." (Zitiert an nach MEW 18/638)

Bakunin im Internet:


Der Russe Peter Kropotkin (1842-1921).

Kropotkin im Internet:


Der Franzose Pierre Joseph Proudhon (1809 - 1865). Eines der Hauptangriffsziele von Marx und Engels in den 40 Jahren des 19. Jahrhunderts.

Proudhon im Internet:


Der Engländer William Godwin (1756-1836).

Godwin im Internet:


Meine Kritik am Anarchismus

Ein illusorisches Menschenbild. Egoismus und Eigentumsstreben liegen in unserer Natur und sind nicht aberziehbar. (Sie können allerdings von Mensch zu Mensch und von Zeit zu Zeit unterschiedlich stark in Erscheinug treten.) Der Mensch neigt dazu zum eigenen Vorteil andere zu schädigen. Ohne staatliche Gewalt hätte wir schnell die rücksichtslose Herrschaft der Stärkeren. In Großgesellschaften (und beim heutigen Stand der Verkehrs- und Kommunikationsmöglichkeiten auf dem ganzen Planeten) kommen wir ohne staatli-che und überstaatliche Institutionen nicht aus.


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