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"Prinzipienerklärung der LGD - FdA/IFA"

by LGD-FDA last modified 2007-11-26 10:13

Mai 2005

LGD-FdA/IFA

Libertäre Gruppe Düsseldorf

Forum deutschsprachiger AnarchistInnen/IFA


"Prinzipienerklärung der LGD - FdA/IFA"

Mai 2005 Grundsätze

Ziele

Das Ziel der Libertären Gruppe Düsseldorf im Forum deutschsprachiger AnarchistInnen/IFA (LGD-FDA/IFA) ist die herrschaftsfreie Gesellschaft auf der Basis des libertären Föderalismus1 und des freiheitlichen Sozialismus, der freien Vereinbarung und der gegenseitigen Hilfe - ohne gesellschaftliche Klassen, Grenzen oder Staaten. Wir lehnen alle staatlichen und auch staatssozialistischen, also herrschaftsorientierte Systeme ab. Wir streben keineswegs die Übernahme politischer Herrschaft an.

Wir sind für das Ende der Ausbeutung des Menschen und der Natur durch den Menschen. Daher kämpfen wir für die Abschaffung aller Formen von Unterdrückung, die aus dieser Ausbeutung resultiert.

Wir treten für eine bedarfs- und umweltorientierte, schonende Nutzung der natürlichen Ressourcen ein.


Menschenbild

Wir sind der Überzeugung, dass die Menschen grundsätzlich in der Lage sind, frei und selbstbestimmt und ohne die Institution Staat ihre Angelegenheiten zu regeln.

Die derzeitige Unfähigkeit, in einer herrschaftslosen Gesellschaft zu leben und der Unwille, sich auf eine solche einzulassen, sind nicht auf die "Natur des Menschen" zurückzuführen. Vielmehr sind Erziehung, Sozialisation und die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Rahmenbedingungen, in denen ein Mensch aufwächst, in dieser Frage entscheidend.

Wie wir unsere Ziele verwirklichen möchten:

Aktionsformen

Grundlage all unseres politischen Handelns ist die direkte Aktion. Propagiert wird unter anderem auch der Generalstreik als Waffe sozialer Auseinandersetzungen im Klassenkampf. Durch die direkte Aktion der Betroffenen und Interessierten entsteht ihre Selbstorganisation, aus der revolutionäre Selbstverwaltung in Stadtteilen, Kommunen, Betrieben und in der Industrie erwachsen kann.

Alle parlamentarischen Stellvertretermodelle, so wie sie in ausbeuterischen, kapitalistischen Wirtschaftssystemen üblich waren und sind, lehnen wir kategorisch ab, weil sie im Widerspruch zu allen Ansätzen einer herrschaftsfreien Gesellschaft stehen.

Wahl der Mittel

Die Wahl der Mittel leitet sich von unseren Zielen ab. Sie steht im direkten Verhältnis zu den gegebenen Umständen und hängt von der konkreten Situation ab.

Wir wollen absolut keine Vorschriften machen, wie der Zustand der Anarchie erreicht werden soll. Gleichberechtigt vertreten sind alle anarchistischen Strömungen, seien sie mutualistisch2, kollektivistisch3, anarchosyndikalistisch, anarcho - kommunistisch4, tolstojanisch5 (urchristlich - anarchistisch), individualanarchistisch oder öko - anarchistisch. Wenn der Weg mit unseren Grundsätzen vereinbar ist, sind solche Vorgaben nachrangig.

Warum sich organisieren?

Allein hast Du keine Chancen!
  • Erst gleichgesinnte Zusammenschlüsse ermöglichen die gegenseitige Hilfe und entsprechen den Grundlagen, auf der eine anarchistische Gesellschaftsordnung wachsen kann.
  • Wir organisieren uns, um gemeinsames Handeln zu ermöglichen.
  • Wir sind als Gruppe im Forum deutschsprachiger AnarchistInnen/Internationale der AnarchistInnen, und als möglicher Teil einer zukünftigen Regionalföderation im FdA/IFA, AnsprechpartnerIn und Forum für Gleichgesinnte.
  • Eine anarchistische Organisationsform gibt uns eine über die Grenzen spontaner Zusammenschlüsse und Einpunktbewegungen hinausreichende Perspektive.
  • Organisierung ist die Voraussetzung für die Koordination gemeinsamer Aktivitäten.

Anhang
1  Föderalismus -> Politische Lehre, der gemäß eine Gesellschaftsordnung ohne jegliche Zentralinstanz anzustreben ist.

2  Mutualismus -> Bezeichnet eine von Pierre - Joseph Proudhon (1809 - 1865) geprägte sozialrevolutionäre Strömung, deren Grundsätze menschliche Solidarität und gegenseitige Hilfe darstellen.

3  kollektivistischer Anarchismus -> Insbesondere auf Michail Bakunin (1814 - 1876) zurückgehendes Konzept. Dieses basiert auf dem Gedanken des Zusammenschlusses freier Einzelner zu relativ überschaubaren Gemeinwesen und, falls von allen Beteiligten erwünscht, wiederum deren Verknüpfung mit entsprechend aufgebauten Assoziationen. Die innerhalb einer solchen Assoziation verfügbaren Produktionsmittel sollen in den Besitz des gesamten Arbeits- und Sozialkollektivs übergehen.

4  Anarcho - Kommunismus -> Libertäre Richtung, als deren namhaftester Vertreter Pjotr Kropotkin (1842 - 1921) gilt. Anders als Bakunin forderte Kropotkin nicht nur die Übernahme aller Produktionsmittel durch Assoziationen freier Einzelner, sondern auch ein Recht auf unreglementierten Konsum der gemeinsam erwirtschafteten Produktions- und Ernteerträge ("freies Genussrecht")

5  Tolstojanischer Anarchismus -> Libertäre Richtung, die sich an den urchristlichen Lehren des russischen Grafen und Dichters Lew Tolstoj (1828 - 1910) orientiert. Tolstoj forderte die Abkehr von Besitz und Gewalt, stand gegen jegliche staatliche und kirchliche Organisation. Seine bekannte Lehre vom "Nichtwiderstehen dem Bösen" ist ein Ergebnis des Versuches, dem System der Welt entgegenzutreten.

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